Bausparzinsen
Inhaber eines Bausparvertrages erhalten auf ihr angespartes Kapital Zinsen von der Bausparkasse. Das gesamte Bausparguthaben setzt sich aus diesen Zinsen, den eigenen Einzahlungen und gegebenenfalls staatlichen Förderungen zusammen. Gemeinsam mit dem späteren Bauspardarlehen bildet dieses Guthaben die vereinbarte Bausparsumme. Da die Verzinsung in Bausparverträgen meist sehr niedrig angesetzt ist – oft bei einem Prozent oder weniger –, wächst das Kapital primär durch regelmäßige Sparbeiträge und staatliche Zulagen wie die Wohnungsbauprämie oder die Riester-Förderung. Diese geringe Verzinsung ist das Fundament des Solidarprinzips: Sparer in der Einzahlungsphase verzichten auf hohe Renditen, um den Kreditnehmern in der Darlehensphase besonders günstige Konditionen zu ermöglichen. Im Gegenzug sichern sie sich für die Zukunft selbst einen Anspruch auf ein niedrig verzinstes Darlehen, was den Zinsnachteil gegenüber einem Tagesgeldkonto rechtfertigt.
Zinsunabhängigkeit und Refinanzierung am Kapitalmarkt
Ein markanter Vorteil von Bausparverträgen ist ihre weitgehende Unabhängigkeit vom allgemeinen Zinsniveau am Kapitalmarkt. Da sich Bausparkassen autark über die Einlagen ihrer Kunden refinanzieren und keine Schuldverschreibungen emittieren, wie es bei klassischen Geschäftsbanken üblich ist, bleiben die Zinsen stabil. Diese Unabhängigkeit wird besonders in Hochzinsphasen wertvoll, wenn Bauspardarlehen deutlich unter den üblichen Marktzinsen gewährt werden können.
Bausparen als Alternative zum klassischen Sparplan
Immer mehr Bausparkassen positionieren ihre Produkte als Alternative zum herkömmlichen Sparkonto. Viele moderne Tarife bieten eine attraktive Option: Wer am Ende der Laufzeit auf das Bauspardarlehen verzichtet, erhält rückwirkend eine höhere Verzinsung auf sein Guthaben. In solchen Fällen kann die Rendite durchaus das Niveau von Tagesgeldkonten erreichen, wodurch der Bausparvertrag als renditestarker Sparplan fungiert. Dennoch sollten Anleger die Kostenstruktur im Blick behalten. Im Gegensatz zu einfachen Banksparplänen wird beim Bausparen eine Abschlussgebühr fällig, die in der Regel zwei Prozent der gesamten Bausparsumme beträgt und die Anfangsrendite schmälert.
FAQ
Warum sind die Zinsen in der Sparphase eines Bausparvertrags meist so niedrig?
Die niedrigen Guthabenzinsen ermöglichen es der Bausparkasse erst, den Kunden im Gegenzug ein Darlehen zu einem ebenfalls sehr niedrigen Festzins anzubieten. Dieses System basiert auf dem Solidaritätsgedanken, bei dem die Sparer die günstigen Kredite der Darlehensnehmer finanzieren.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag primär als Renditeobjekt?
Ein Bausparvertrag ist dann als Kapitalanlage attraktiv, wenn der Tarif eine rückwirkende Bonuszahlung oder Zinserhöhung bei Darlehensverzicht vorsieht. Zudem sollten staatliche Förderungen voll ausgeschöpft werden, um die oft hohen Abschlussgebühren zu kompensieren und die Gesamtrendite zu steigern.
Wie beeinflusst das Marktzinsniveau die Attraktivität eines Bausparvertrags?
In Zeiten steigender Marktzinsen steigt der Nutzwert eines Bausparvertrags erheblich an, da der vertraglich garantierte, niedrige Darlehenszins weit unter dem aktuellen Marktniveau liegen kann. Bei allgemein niedrigen Zinsen rückt hingegen die Funktion als sichere Anlageform mit staatlicher Förderung in den Vordergrund.
